Geschichte unsers Vereins
Wie alles begann
Im Jahre 1829 waren es 100 Jahre, dass das erste Freischießen gefeiert wurde. Später hatte es in der ganzen Umgegend einen guten Ruf. Die Wagen der Besucher standen in allen Dorfstraßen. Die Gemeinde hatte ein großes Zelt dazu angeschafft und neben diesem und den Speise- und Tanzzelten füllten unzählige Schau- und Kaufbuben den geräumigen Festplatz. Die alte Schützengesellschaft hatte zwei Fahnen. Die älteste war von den Frauen und Jungfrauen geschenkt; die zweite war 1849 von der Frau von Gustedt gestiftet. Sie hatten ihren Ehrenplatz auf der Ratsstube. Leider sind sie lange Jahre zum größten Bedauern (des Chronisten) verschwunden.
Aus der Gille-Chronik von 1936
Vereinsgeschichte
Als der älteste Deersheimer Verein ist der Schützen- und Kriegerverein zu betrachten. Am 27. Juli 1830 wandten sich fünf Deersheimer an die Baronin von Gustedt und baten um die Genehmigung, auf ihrem Besitz gegen den Hang schießen zu dürfen. Alljährlich wurde dann dieser Antrag wiederholt und das Freischießen fand stets nach der Rübenaussaat und vor Beginn der Getreideernte, also Mitte Juli, statt. 1849 wurde von Frau von Gustedt eine Fahne gestiftet, die aber schon vor 1937 verschwand. Im Mai 1850 bildete sich ein Kriegerverein, der nur Schützen aufnahm, die eine aktive Wehrdienstzeit hinter sich hatten. Der Verein löste sich aber wieder auf und wurde am 11. August 1880 neu gegründet. Der Verein zählte 27 Mitglieder und der erste Vorsitzende war der Kantor Alexander Kunau. Im Jahre 1884 gründete sich mit interessierten Schützen, die nicht am Krieg teilnahmen, ein Schützenverein. Im Juli 1884 wurde erstmalig ein gemeinsames Schützenfest vom Kriegerverein und Schützenverein durchgeführt. Der erste Schützenkönig war Christoph Harsing. 1895 stiftete der Ackermann Hermann Hochgreve eine neue Fahne für den Kriegerverein. Er selbst war nicht Mitglied des Kriegervereins und des Schützenvereins. Bis in das Jahr 1945 änderten sich die Aufgaben des Schützenvereins ständig.
Nach 1945 wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht sämtliche Schusswaffen eingezogen.Unter dem Deckmantel der freiwilligen Feuerwehr entwickelte sich in der DDR das Schützenwesen im Rahmen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Erst 1956 erhielten die Deersheimer Schützen wieder Gewehre und konnten den Schützenkönig im Ort ermitteln. 1957 baute man einen Kleinkaliberschießstand mit 5 Bahnen im alten Schießstand. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurden in Deersheim wieder alle Waffen eingezogen und es gab auch kein Schützenfest mehr. 1972 gab Karl Stefaniak die Geschäfte der GST in die Hände seines Sohnes Siegfried, der den Schützenverein mit sehr viel Engagement viele Jahre leitete.
Von 1972 an gab es auch wieder Schützenfeste und Schützenkönige in Deersheim. Von 1965-1985 wurden der GST immer wieder neue höhere Auf-lagen erteilt, so dass eine kontinuierliche Arbeit fast nicht möglich war. Trotzdem baute man den Versammlungsraum aus und regelmäßige Teilnahmen an den Kreismeisterschaften der Schützen brachten viele Erfolge.